Die Schönheit des Salento

Die vielen architektonischen Perlen bezeugen den historischen und kulturellen Reichtum der Region.

Die Schönheit des Salento

Die vielen architektonischen Perlen bezeugen den historischen und kulturellen Reichtum der Region.

LECCE

Wegen ihrer barocken Prägung wird Lecce auch das “Florenz des Südens” genannt. Noch mehr fällt jedoch der gelbliche Farbton ins Auge, der die ganze Stadt in ein warmes Licht taucht. Die Farbe entstammt der “pietra leccese”, ein Kalkstein, der neben seiner bezaubernden Tönung auch für seine leichte Formbarkeit berühmt ist. Lecce ist die Kunststadt schlechthin des Salentos, ihr historisches Zentrum gleicht einem einzigen Freiluftmuseum. Die Piazza Sant’Oronzo ist der zentralste Platz der Stadt, das “Wohnzimmer” der stolzen Bewohner mit zahlreichen Bars, Straßencafès und eleganten Geschäften. Die Piazza ist ovalförmig und besteht im Prinzip aus einem riesigen Bodenmosaik, auf dem das Wahrzeichen der Stadt abgebildet ist: eine Wölfin unter einer Steineiche mit einer fünfzackigen Krone als Oberwappen. Die zweite großartige Sehenswürdigkeit auf diesem Platz liegt noch tiefer als das Mosaik, mit dem die Piazza “gepflastert“ ist: es sind die Reste eines im II. Jahrhundert vor Christus errichteten Amphitheaters, dem, neben dem prächtigen Theater neueren Datums, wichtigsten Zeugnis römischer Baukunst der Stadt. Ganz in der Nähe der Piazza Sant’Oronzo ragt ein weiteres architektonisches Juwel aus dem Stadtbild heraus. Es handelt sich um das von König Karl V. 1539 in Auftrag gegebene Kastel. Unbedingt einen Besuch wert sind auch der im Jahr 1144 errichtete und der Mutter Maria gewidmete Dom samt dem herrlichem vorgelagerten Domplatz.

 

OTRANTO

Otranto ist die am östlichsten gelegene Gemeinde Italiens. Nicht umsonst trägt die Stadt den Beinamen “Porta d’Oriente”, also die Tür zum Osten, eine Lage, die Otranto während seiner Jahrhunderte alten Geschichte zu einem Schmelztiegel zahlreicher Ethnien, Kulturen und Religionen machte. Die strategische Bedeutung der Stadt sowie die zahlreichen Angriffe veranlassten die Bewohner schnell, Ihr Zentrum durch eine hohe Stadtmauer zu schützen, die auch heute noch das Stadtbild prägt. Emblematisch für den Widerstand, den Otranto vor allem den Eroberungsversuchen durch die Türken entgegen setzte, ist das Kastel (1485 – 1498). Die ehemalige Festung ist heute regelmäßig Schauplatz interessanter Ausstellungen. Bevor es Kunstfreunde jedoch dorthin zieht, pilgern sie in der Regel in die Kathedrale S. Maria Annunziata (1088), um das einzigartige Bodenmosaik des Pantaleon zu bewundern, von dem viele sagen, dass es sich um das schönste vollständig lesbare Mosaik der westlichen Welt handele. Es repräsentiert in unzähligen Symbolen und Figuren einen großen Teil der Geschichte und Kultur des Mittelalters, ein wahrhaft überwältigender Anblick. Otranto ist bei aller Kunst und Kultur jedoch ein hervorragender Ort, um typische Produkte des Salento zu erwerben. Das historische Zentrum der Stadt ist ein einziges Gassenlabyrinth mit unzähligen kleinen Läden, die zum Stöbern nur so einladen.

 

GALLIPOLI

Die “Perle des Ionischen Meeres” ist griechischen Ursprungs, ihr Name setzt sich aus den griechischen Wörtern “Kalè” und “Polis” zusammen, was soviel wie “schöne Stadt” bedeutet. Das historische Zentrum Gallipolis ist einzigartig auf der Welt. Es befindet sich auf einer direkt der Küste vorgelagerten Kalksteininsel, die durch eine im 17. Jahrhundert errichtete Brücke mit dem Festland verbunden ist. Das fast kreisrunde Eiland wird von einem gewaltigen Kastel geschützt, das Castello Angioino-Aragonese, das sich gleich hinter der Brücke majästetisch auftürmt. Noch höher liegt der eigentliche Stadtkern, von den Bewohnern liebevoll “Rivellino” genannt und so malerisch, dass man sich an jeder Ecke auf einem Filmset wähnt. Vor der Brücke, die den neuen vom alten “Borgo” trennt, befindet sich auch ein reich verzierter griechischer Springbrunnen aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem höchsten Punkt der kleinen, vollständig bebauten Insel thront di barocke Kathedrale Sant’Agata (1629-1696) mit ihrer prächtigen Frontseite aus Carparo-Stein, dem für diese Gegend typischen Kalkstein. Unbedingt einen Besuch wert ist auch die dem Heiligen Franziskus von Assisi geweihte Kirche, die eine berühmte Holzstatue beherbergt, den “Malladrone”, der vom berühmten italienischen Dichter Gabriele D’Annunzio mal als von “schrecklicher Schönheit” beschrieben wurde. Außerdem ist Gallipoli, in den Sommermonaten, für sein ausgiebiges Nachtleben bekannt.

 

SANTA MARIA DI LEUCA

Auch der Name dieser Stadt ist griechischen Ursprungs und entstammt dem Wort Leukòs, weiß. Und weiß ist in der Tat auch heute noch die vorherrschende Farbe in Santa Maria di Leuca, ein wahrhaft leuchtendes Beispiel salentinischer Kultur und Baukunst mit herrlichem Blick auf ein hier ebenfalls besonders funkelndes, vom unermüdlichen Sonnenschein verwöhntes Meer. Auch in Santa Maria di Leuca baut alles auf dem berühmten Kalkstein von Lecce auf, der diese Gegend so einzig und unvergleichlich macht. Das Städtchen liegt dort, wo sich Adria und Ionisches Meer vereinen, am äußersten Ende des Stiefelabsatzes, “finibus terrae”, dem “Ende der Welt“, wie die Römer sagten, als die Welt noch kleiner schien. Auf dem Felsvorsprung, der sich über diesem Küstenstück erhebt, thront die Basilica Santuario di Santa Maria de Finibus Terrae, seit je her Ziel von Pilgerreisen. Das Besondere an dieser eindrucksvollen Basilika ist ihre Errichtung auf dem Fundament eines antiken, der Göttin Minerva gewidmeten Tempels. Die Sehenswürdigkeiten Leucas sind jedoch nicht alle so sichtbar. Der ganze Küstenabschnitt ist auch berühmt für seine unzähligen Kalksteinhöhlen und –grotten sowie für großartige, fast surreale Felsformationen.

SIEHE AUCH

Kultur und Geschichte
Kultur und Geschichte

Das Bewuustsein Teil einer Jahrtausende alten Geschichte zu sein, ist in ganz Apulien und besonders im Salento spürbar.

Natur
Natur

Wer auf Reisen Neues erkunden, unausgetretene Pfade beschreiten sowie ein Land mit allen Sinnen entdecken möchte, ist hier in Apulien, “am Ende der Welt", goldrichtig.

Auf Geschmackswegen
Auf Geschmackswegen

Wer Apulien wirklich kennenlernen will, muss es sich erschmecken. Kaum eine andere Region Europas ist so reich an lokalen Spezialitäten: Trauben & Wein, Oliven & Öl, Korn & Brot…